Facharztprüfung
Allgemeines
An dieser Stelle ist zunächst anzumerken, dass die folgenden Informationen als Orientierungshilfe zur verstehen sind und spezifische Informationen bei der zuständigen Landesärztekammer hinsichtlich der Facharztausbildung und Prüfung einzuholen sind.
Anmeldung und Ablauf
Die Zulassung zur Prüfung wird durch die Landesärztekammer erteilt, wenn die Erfüllung der zeitlichen und inhaltlichen Anforderungen durch Zeugnisse und Nachweise erbracht worden ist.
Die hierzu benötigten Unterlagen sind in der WBO der jeweiligen Landesärztekammer aufgelistet; sie beinhalten zumeist die folgenden Dokumente:
- Approbationsurkunde
- ggf. Promotionsurkunde
- sämtliche Zeugnisse der Weiterbildung, OP-Katalog, Dokumentationsbögen
- Beruflicher Werdegang seit Approbation
Die Mitglieder des Prüfungsausschusses werden durch die Landesärztekammer bestimmt, ebenso wie der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, dessen Stimme im Übrigen bei Stimmengleichheit den Ausschlag gibt.
Die Ladung zur Facharztprüfung geschieht mindestens 2 Wochen vor dem Prüfungstermin. Die Prüfung selbst dauert zwischen 30 - 60 Minuten und kann sich auf alle vorgeschriebenen Weiterbildungsinhalte erstrecken.
Es wird von unserer Seite empfohlen, sich frühzeitig mit dem Thema Anmeldung zur Facharztprüfung zu beschäftigen, um zum gewünschten Termin zugelassen zu werden.
Richtlinien
Die Facharztprüfung ist in der Weiterbildungsordnung (WBO) geregelt; sie wird organisiert von den Landesärztekammern (LÄK).
Die Ausbildung zum Facharzt beginnt erst nach der ärztlichen Approbation. Eine im Ausland absolvierte ärztliche Tätigkeit kann ggf. auf die Weiterbildung angerechnet werden, wenn diese gleichwertig ist. Hierzu empfehlen wir vorab Informationen der jeweiligen Ärztekammer einholen.
Die Weiterbildung muss ganztägig und in hauptberuflicher Stellung in zugelassenen Weiterbildungsstätten durchgeführt werden. Teilzeit-Weiterbildung ist nur auf vorherigen Antrag in möglich. In der Vergangenheit hat es sich bei bekannten Fällen hierbei so dargestellt, dass die Teilzeitarbeit mindestens 50% betragen musste, damit die Zeit angerechnet wurde. Insbesondere bei Frauen im Mutterschaftsurlaub ist hier in jedem Fall die direkte Rücksprache mit der Ärztekammer empfohlen; insbesondere auch was die Regelung für die Elternzeit betrifft. Hiervon betroffen ist auch die Wiedereingliederung beispielweise nach dem Hamburger-Modell bei Krankheit oder Verletzung.
Wichtig ist es, schon während der Weiterbildung zum Facharzt die abgeleisteten Weiterbildungsinhalte zu dokumentieren. Hier ist die regelmäßige Pflege des eLogbuchs dringend empfohlen.
Ein Zeugnis des Weiterbildungsbefugten, das im Einzelnen die erworbenen Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten darlegt und zur Frage der fachlichen Eignung Stellung nimmt, ist einem späteren Antrag beizulegen.
Weiterbildungsinhalte
Die geforderten Weiterbildungsinhalte sind in den WBO der jeweiligen LÄK festgehalten. Sie richten sich nach der Musterweiterbildungsordnung (MWBO).
Da sich die Inhalte also auf Länderebene unterscheiden können, ist es sinnvoll die WBO der LÄK, bei der man die Facharztprüfung absolvieren möchte, zu kennen.
Es findet sich in der Regel eine Unterteilung in den Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten und in definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren.
Anmeldung zur Prüfung
Die Zulassung zur Prüfung wird durch die LÄK erteilt, wenn die Erfüllung der zeitlichen und inhaltlichen Anforderungen durch Zeugnisse und Nachweise erbracht worden ist.
Die hierzu benötigten Unterlagen sind in der WBO der jeweiligen LÄK aufgelistet; sie beinhalten zumeist die folgenden Dokumente:
- Approbationsurkunde
- Promotionsurkunde
- sämtliche Zeugnisse der Weiterbildung
- Abgabe des eLogbuchs
Die Ladung zur Facharztprüfung geschieht mindestens 2 Wochen vor dem Prüfungstermin. Dies ist jedoch von Landesärztekammer zu Landesärztekammer unterschiedlich.
Vorbereitung auf die Prüfung
Wie lerne ich am besten?
Diese Frage lässt sich natürlich nicht so leicht beantworten, da das optimale Lernverhalten von Person zu Person variiert.
Wir haben einen interessanten Artikel von Prof. T. Eichhorn in der HNO1 gefunden, der einige gute Tipps enthält, die wie folgt lauten:
- 6 bis 9 Monate vor der Prüfung Lernplan erstellen
- Lernplan schriftlich festhalten, um den Überblick zu behalten
- Lerninhalte in Einzelpakete
verpacken
- Realistisch planen (Verpflichtungen, Arbeits- und Dienstbelastung bedenken)
- Einteilung der Vorbereitungszeit in 3 gleich lange Teile:
- 2 Teile Erarbeitung des Lernstoffs, 1 Teil Wiederholung
- Pro Lernwoche Pufferzone
von 2 Tagen einplanen, falls ein Lernziel doch nicht erreicht werden konnte bzw. zur Erholung!
- Überlegen wie man am besten lernt: Kann man gut aus dem Lehrbuch lernen? Wenn ja aus welchem?
- Pro Lerneinheit 1,5-2 h, dann 10 bis 15 Minuten Pause, andere Autoren empfehlen Lerneinheit von maximal 50 min und anschließender 5 - 10 minütiger Pause
- Pro Lerntag sind 7 bis 8 h Lerndauer sinnvoll
- Ist die Menge des Lernstoffs nicht zu bewältigen, kann man auf ein weniger umfangreiches Lehrbuch wechseln.
(1Eichhorn, T. HNO (2019), https://doi.org/10.1007/s00106-019-00782-3, veröffentlicht online am 12.11.2019)
Wir hoffen, dass euch diese Tipps bei der Vorbereitung eurer Facharztprüfung ein wenig helfen.
Ihr findet es nicht ausreichend oder wenig praxisnah nur aus einem Lehrbuch zu lernen?
Dann gibt es noch weitere Möglichkeiten euer Wissen auf Facharztniveau zu bringen.
Zum einen können wir euch das seit 2017 alljährlich Ende April/Anfang Mai stattfindende Repetitorium HNO wärmstens empfehlen. In 4 Tagen bekommt ihr Facharztwissen kompakt dargeboten. Die Evaluationen haben über die Jahre eine hohe Zufriedenheit mit dem Repetitorium gezeigt. Wir als JungeHNO sind in die Organisation der Veranstaltung integriert und, ebenso wie die Referenten, stets bemüht sie für euch zu verbessern. Wenn ihr Interesse bekommen habt, könnt ihr euch über den nachfolgenden Link direkt zur Anmeldung weiterleiten lassen: www.csm-congress.de/medkom/rephno
Auch Fragensammlungen eignen sich zum gezielten Lernen und zur Überprüfung des eigenen Wissensstandes. Zu diesem Zweck kann man sich z.B. ein Buch zulegen bzw. ausleihen oder über das Mitgliederportal der DGHNO in der Rubrik Für Assistenten
eine ausführliche Fragensammlung runterladen. Diese Fragensammlung wurde 2009 erstellt, ist daher nicht auf dem allerneusten Stand. Sie kann aber eine Hilfestellung bei der Vorbereitung auf die Prüfung sein.
Der Springer Medizin Verlag hat auf die Nachfrage nach Lernmaterialien reagiert und das sogenannte Facharzt-Training-HNO
entwickelt. Hier kann man über einen kostenpflichtigen Account komplette Patientenfälle und 150 Lernkarten durcharbeiten. Ein 14-tägiger kostenloser Test-Account bei eMED HNO
ist auch möglich. Alternativ lassen sich alle Fälle über die Zeitschrift HNO von Springer Medizin beziehen. Sofern ihr über einen Zugang über eure Arbeitgeber verfügt, so sind diese Fälle sehr lehrreich. Zudem lässt sich damit hervorragend lernen, da eingangs der Fall präsentiert wird und anschließend Fragen dazu gestellt werden. Ihr könnt euch somit selbst prüfen, welche Fragen ihr beantworten und welche ihr nicht beantworten konntet.
Immer zu empfehlen ist das Lernen mit Gleichgestellten
, um sich über Lerninhalte auszutauschen, Fragen zu klären und die Prüfungssituation zu simulieren. Das schafft Sicherheit beim Gespräch und man trainiert das Gelernte strukturiert wiederzugeben.
Die Prüfung
Ablauf
Die Prüfung selbst dauert zwischen 30 - 60 Minuten und kann sich auf alle vorgeschriebenen Weiterbildungsinhalte erstrecken. Die Mitglieder des Prüfungsausschusses werden durch die LÄK bestimmt, ebenso wie der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, dessen Stimme im Übrigen bei Stimmengleichheit den Ausschlag gibt. Der Prüfungsausschuss besteht i.d.R. aus 3 Mitgliedern und gelegentlich einem Beisitzer.
In den WBOs finden sich keine genaueren Angaben über die Zusammensetzung des Prüfungsgremiums, den Ablauf der Prüfung oder deren Inhalte, sowie den Modus der Bewertung. Die mündliche Prüfung oder in diesem Fall das kollegiale Gespräch
, wie es genannt wird, ist also stets prüferabhängig und ein wenig objektives Instrument zur Leistungseinschätzung.2 Dies sollte man als Prüfling beachten, denn so kann man auch kleine Wissenslücken umschiffen und die Prüfung doch noch zu einem positiven Ende bringen. Im nächsten Abschnitt haben wir ein paar Tipps zusammengestellt, um einen guten Eindruck
zu machen.
(2Eichhorn, T. HNO (2019), https://doi.org/10.1007/s00106-019-00789-w, veröffentlicht online am 29.11.2019)
Tipps für den Tag der Prüfung
Die hier aufgeführten Tipps wurden einem Artikel von Prof. T. Eichhorn aus der HNO entnommen.
- Am Morgen vor der Prüfung alle üblichen Rituale einhalten
- Schlichte, schnörkellose Kleidung, etwas über der Erscheinung im normalen Alltag
- Ausreichend früh zum Prüfungstermin erscheinen (Sicherheitspuffer einplanen)
- Ein kleiner Spaziergang an der frischen Luft vor der Prüfung kann helfen
- Freundlich, zugewandt und aufgeschlossen auftreten
- Der erste Eindruck steht nach 1/10 Sekunde!
- Freundlichen Blickkontakt zum Prüfer halten, Dauergrinsen
vermeiden
- Nach einer Frage evtl. kurz überlegen und Antwort strukturieren
- Einleitung der Antwort mit einer Einordnung/Kategorisierung ist in Ordnung
- Laut, deutlich und mit normaler Sprechgeschwindigkeit antworten
- Ein bisschen Nervosität ist erlaubt 😉
- Gesprächsfaden möglichst immer aufrechterhalten, denn die Zeit arbeitet für den Prüfling!
- Falls eine Frage nicht verstanden wurde, nochmal mit eigenen Worten formulieren
- Querverweise auf die Betreuung eigener Patienten sind gern gesehen
- Im Falle eines Widerspruchs nicht zu lange auf das eigene Recht beharren
- Eine positive Ausstrahlung entspannt die Prüfungsatmosphäre