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Facharztprüfung

Facharztprüfung

An dieser Stelle ist zunächst anzumerken, dass die folgenden Informationen als Orientierungshilfe zu verstehen sind und spezifische Informationen bei der zuständigen Landesärztekammer einzuholen sind.

 

Weiterbildungszeit

Die Facharztausbildung beginnt erst nach der ärztlichen Approbation mit dem Antritt der ersten Arbeitsstelle in einer Einrichtung mit einer Weiterbildungsbefugnis.

Beachte, dass nicht alle Einrichtungen über die vollen 5 Jahre eine Weiterbildungsbefugnis besitzen.

Die geforderten Weiterbildungsinhalte sind in den Weiterbildungsordnungen (WBO) der jeweiligen Landesärztekammern (LÄK) festgehalten. Sie richten sich nach der Musterweiterbildungsordnung (MWBO). Da sich die Inhalte auf Länderebene unterscheiden können, ist es sinnvoll, die WBO der Landesärztekammer zu kennen, bei der die Facharztprüfung abgelegt werden soll.

Eine im Ausland absolvierte ärztliche Tätigkeit kann ggf. auf die Weiterbildung angerechnet werden, wenn diese gleichwertig ist. Hierzu empfehlen wir, sich vorab bei der jeweiligen Ärztekammer zu informieren.

Die Weiterbildung muss ganztägig und in hauptberuflicher Stellung in zugelassenen Weiterbildungsstätten durchgeführt werden.

Eine Teilzeit-Weiterbildung ist nur auf vorherigen Antrag möglich. In der Vergangenheit musste die Teilzeitarbeit häufig mindestens 50% betragen.

Insbesondere in der Elternzeit ist eine direkte Rücksprache mit der Ärztekammer empfohlen. Hiervon betroffen ist auch die Wiedereingliederung beispielweise nach dem Hamburger-Modell bei Krankheit oder Verletzung.

 

Wichtig ist es, schon während der Weiterbildung zum Facharzt die abgeleisteten Weiterbildungsinhalte zu dokumentieren. Hier ist die regelmäßige Pflege des eLogbuchs dringend empfohlen.

Ein Zeugnis des Weiterbildungsbefugten, das im Einzelnen die erworbenen Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten darlegt und zur Frage der fachlichen Eignung Stellung nimmt, ist dem späteren Antrag beizufügen.

 

Anmeldung und Zulassung

Die Zulassung zur Prüfung wird durch die Landesärztekammer erteilt, wenn die Erfüllung der zeitlichen und inhaltlichen Anforderungen erbracht worden ist.

Die hierzu benötigten Unterlagen sind in der WBO (Weiterbildungsordnung) der jeweiligen Landesärztekammer aufgelistet; sie beinhalten zumeist die folgenden Dokumente:

  • Approbationsurkunde
  • ggf. Promotionsurkunde
  • sämtliche Zeugnisse der Weiterbildung (über das eLogbuch)

Informiere dich rechtzeitig über die Anmeldeformalien deiner zuständigen Landesärztekammer!

Die Einladung zur Facharztprüfung erfolgt mindestens zwei Wochen vor dem Prüfungstermin. Dies ist jedoch von Landesärztekammer zu Landesärztekammer unterschiedlich.

 

Die Vorbereitung

Wie lerne ich am besten?

Diese Frage lässt sich natürlich nicht so leicht beantworten, da das optimale Lernverhalten von Person zu Person variiert.

 

Prof. Eichorn in seinem Artikel und im Facharzttraining des Springer Verlags:

  • 6 bis 9 Monate vor der Prüfung Lernplan erstellen
  • Lernplan schriftlich festhalten, um den Überblick zu behalten
  • Lerninhalte in Einzelpakete verpacken
  • Realistisch planen (Verpflichtungen, Arbeits- und Dienstbelastung bedenken)
  • Einteilung der Vorbereitungszeit in 3 gleich lange Teile:
    2 Teile Erarbeitung des Lernstoffs
    1 Teil Wiederholung
    Pro Lernwoche ein Pufferzone von 2 Tagen einplanen, falls ein Lernziel doch nicht erreicht werden konnte bzw. zur Erholung!
  • Pro Lerneinheit 1,5-2 Stunden planen, dann 10 bis 15 Minuten Pause
    (andere Autoren empfehlen eine Lerneinheit von maximal 50 min und anschließender 5–10-minütiger Pause)
  • Pro Lerntag sind 7 bis 8 h Lerndauer sinnvoll

 

Ihr findet es nicht ausreichend oder wenig praxisnah nur aus einem Lehrbuch zu lernen?

Dann gibt es noch weitere Möglichkeiten euer Wissen auf Facharztniveau zu bringen.

Zum einen können wir euch das seit 2017 alljährlich Ende April bis Anfang Mai stattfindende Repetitorium HNO wärmstens empfehlen. In 4 Tagen bekommt ihr Facharztwissen kompakt von Experten dargeboten. Die Evaluationen haben über die Jahre eine hohe Zufriedenheit mit dem Repetitorium gezeigt. Wir als Junge HNO sind in die Organisation der Veranstaltung integriert und, ebenso wie die Referenten, stets bemüht sie für euch zu verbessern. Wenn ihr Interesse bekommen habt, könnt ihr euch über den nachfolgenden Link direkt zur Anmeldung weiterleiten lassen:www.csm-congress.de/medkom/rephno. Ein weiteres Repetitorium findet immer gegen Ende eins jeden Jahres in Kassel vor Ort statt.

 

Der Springer Medizin Verlag hat auf die Nachfrage nach Lernmaterialien reagiert und das sogenannte Facharzt-Training-HNO entwickelt. Hier kann man über einen kostenpflichtigen Account 80 Patientenfälle und Lernkarten durcharbeiten. Ein 14-tägiger kostenloser Testaccount bei eMED HNO ist auch möglich. Alternativ lassen sich alle Fälle über die Zeitschrift HNO von Springer Medizin beziehen.

Immer zu empfehlen ist das Lernen mit Gleichgestellten, um sich über Lerninhalte auszutauschen, Fragen zu klären und die Prüfungssituation zu simulieren. Das schafft Sicherheit beim Gespräch und man trainiert das Gelernte strukturiert wiederzugeben.

 

Die Prüfung

Die Mitglieder des Prüfungsausschusses werden durch die Landesärztekammer bestimmt, ebenso wie der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, dessen Stimme bei Stimmengleichheit den Ausschlag gibt.

Die Prüfung selbst dauert zwischen 30-60 Minuten und kann sich auf alle, in der Weiterbildungsordnung beschriebenen Weiterbildungsinhalte, erstrecken.

 

Tipps für den Tag der Prüfung

Am Morgen vor der Prüfung alle üblichen Rituale einhalten

  • Schlichte, schnörkellose Kleidung, etwas über der Erscheinung im normalen Alltag
  • Ausreichend früh zum Prüfungstermin erscheinen (Sicherheitspuffer einplanen)
  • Ein kleiner Spaziergang an der frischen Luft vor der Prüfung kann helfen
  • Freundlich, zugewandt und aufgeschlossen auftreten
  • Der erste Eindruck steht nach 1/10 Sekunde!
  • Freundlichen Blickkontakt zum Prüfer halten, aber Dauergrinsen vermeiden
  • Nach einer Frage evtl. kurz überlegen und Antwort strukturieren
  • Einleitung der Antwort mit einer Einordnung/Kategorisierung ist in Ordnung
  • Laut, deutlich und mit normaler Sprechgeschwindigkeit antworten
  • Ein bisschen Nervosität ist erlaubt 😉
  • Gesprächsfaden möglichst immer aufrechterhalten, denn die Zeit arbeitet für den Prüfling!
  • Falls eine Frage nicht verstanden wurde, nochmal mit eigenen Worten formulieren
  • Querverweise auf die Betreuung eigener Patienten oder der Hinweis auf Studien, die in der Vorbereitung gelesen wurden, sind gern gesehen
  • Im Falle eines Widerspruchs nicht zu lange auf das eigene Recht beharren
  • Eine positive Ausstrahlung entspannt die Prüfungsatmosphäre

 

 

Quellen:

www.springermedizin.de/facharzt-training-hno/hno-facharzt-training-coaching-videos/17333564

doi.org/10.1007/s00106-019-00789-w


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