Deutsche Gesellschaft für
Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V., Bonn

HNO Informationen Nachruf ProfSakata

Ausgabe 01-2025 I Nachruf


Nachruf Prof. Dr. med. Dr. h. c. Eiji Sakata

Tokyo (Japan), 1930 - 2024

Am 31.10.2024 verstarb das korrespondierende Mitglied unserer Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC), Herr Prof. Dr. med. Dr. h. c. Eiji Sakata, in seinem 95. Lebensjahr in Tokyo.

Herr Eiji Sakata wurde am 5. Mai 1930 als drittes Kind von fünf Geschwistern in Hosoe, Bezirk Kita / Hamamatsu Präfektur Shizuoka in Japan geboren.

Während seiner Schulzeit musste er den Pazifikkrieg und im Alter von 15 Jahren den zweiten Weltkrieg erleben.

Das Abitur legte er 1949 in der Hamamatsu Oberschule ab und trat in die Juristische Fakultät der Chuo-Universität ein. In den Jahren 1952 bis 1957 studierte er Medizin an der Juntendo-Universität. Nach Abschluss der Graduiertenschule der Universität Tokyo erlangte er 1963 den Doktortitel und wurde zum Assistenzprofessor der Medizinischen Fakultät der Universität Tokyo berufen.

Einer japanisch-medizinischen Tradition folgend, unternahm er 1964 seine erste Forschungsreise nach Deutschland an die Universität-HNO-Klinik Frankfurt/Main unter Prof. Dr. Richard Mittermaier, einem anerkannten Vestibularis-Forscher, der damals die Elektro-Nystagmographie entwickelte. Folgerichtig führte ihn seine nächste Hospitation 1968 in die Neurologische Klinik der Freiburger Universität. 1970 ernannte ihn die Juntendo-Universität zum Außerordentlichen Professor, 1973 wurde er Leiter der HNO-Abteilung am Tokyo Rosai Hospital.

An der Medizinischen Universität Saitama gründete er 1978 die weltweit erste Otoneurologische Klinik. 1982 wurde ihm die Professur für Otoneurologie verliehen.

Herr Professor Sakata publizierte in internationalen Journalen über 160 Arbeiten. Seine Forschungsschwerpunkte waren neurologische Erkrankungen, die auch vestibuläre Symptome auslösen konnten und die er durch seine diffizile Beobachtung von Nystagmen unter anderem mit der Frenzel-Brille und Provokationsmethoden die Diagnosen sicherte. 1973 erschien im International Journal of Equilibrium Research der Artikel „Neurootological approach on the disorders of CNS, Part I”. Seine Erfolge mit der intratympanalen Infusion mit Lidocain und Steroiden publizierte er schon 1986. Die Publikation in der Acta Oto-Laryngologica (Stockh.) 1991 mit dem Titel „Treatment of vestibular disorders“ erreichte beachtliche 192 Zitationen.

In Europa und auch in den USA war er ein anerkannter Forscher und begehrter Lehrer auf seinem Spezialgebiet und wurde zu Referaten und der Präsentation seiner eindrucksvollen Videodemonstrationen eingeladen und ausgezeichnet.

Ihm wurden internationale Preise und ehrenvolle Anerkennungen zuteil:

• 1987 „Purkyne-Preis Universität Prag
• 1989 Ehrendoktorat Universität Rostock
• 1994 Korrespondierendes Mitglied der DGHNO-KHC
• 1995 wählte ihn die International Society for Equilibrium and Neuroscience zum Vice-President, in dieser Funktion veranstaltete er das internationale NES-Symposion in
Hakone
• 2003 Lincoln World Peace Award der Lincoln Memorial Peace Foundation (USA)
• 2003 Preis für gesellschaftlich-kulturelle Verdienste der
Japanischen Gesellschaft für Kulturförderung

Herr Professor Sakata förderte und forderte als Klinikchef alle seine Mitarbeitenden, sie erhielten eine umfangreiche klinische und wissenschaftliche Ausbildung und wurden traditionell auch an deutsche Kliniken delegiert. Besondere Freude hatte er als Chef und Vater daran, dass sein Sohn Hideaki Sakata in seinen Fußstapfen sehr erfolgreich ist und eine Professur sowie eine anerkennende internationale Reputation in der Society for Equilibrium and Neuroscience als Vice-President erlangte.

Alle Mitglieder unserer Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie, die Herrn Prof. Dr. med. Dr. h. c. Eiji Sakata als Wissenschaftler, Vortragenden, Diskutanten oder als befreundeten Kollegen kennen lernen durften, werden ihm ein ehrendes Gedenken bewahren.

Korrespondenzadresse:
Univ. Prof. em. Dr.med. habil. Bernd Freigang
Johannes-Schlaf-Str. 33
39110 Magdeburg
E-Mail: bernd.freigang@gmx.net