Deutsche Gesellschaft für
Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V., Bonn

HNO Informationen AG Olfaktologie/Gustologie

Ausgabe 01-2025 I Mittelungen aus den
Arbeitsgemeinschaften, -gruppen, -kreisen


Arbeitsgemeinschaft
Olfaktologie/Gustologie

Thomas Hummel, Dresden
Jahrestagung 6. - 7. Dezember, Basel (CH)

Die diesjährige Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Olfaktologie und Gustologie fand von Freitag, den 6., bis Samstag, den 7. Dezember 2024, in Basel statt. Innerhalb dieser beiden Tage wurden etwa 30 wissenschaftlichen Beiträge vorgetragen und von den insgesamt ungefähr 40 Teilnehmenden lebhaft diskutiert, nicht nur aus der Schweiz, Österreich und Deutschland, sondern u. a. auch aus den USA, Italien und Frankreich.

Die Konferenz begann am 06.12.2024 um 13:30 Uhr mit der Begrüßung durch Professor Antje Welge-Lüßen (Basel) als Gastgeberin. Im Anschluss hielt Dr. Sebastian Meller aus Hannover einen eingeladenen Übersichtsvortrag über die Riechfähigkeiten von Hunden. Unter anderem berichtete er darüber, dass Hunde „Zeit“ riechen könnten und dass sie farbig riechen würden!

Nach zwei Vortragsblöcken zu chemosensorischen Funktion bzw. Dysfunktion und der Messung des Riechens sowie therapeutischen Möglichkeiten mit teilweise lebhaften Diskussionen, erfolgte ein Besuch des Kunstmuseums Basel mit einer hervorragenden, lebhaften, und ausgesprochen kundigen Führung! Ein wunderbares gemeinsames Abendessen im Restaurant „St. Alban Eck“ schloss den ersten Tag stilvoll ab.

Am 7. Dezember fand von 9:00 bis 9:45 Uhr die Sitzung der Arbeitsgemeinschaft unter dem Vorsitz des Vorsitzenden Professor Basile Landis statt. Vom Vorstand der AG war außer dem Vorsitzenden leider nur Dr. Susanne Weise anwesend. Ansonsten nahmen etwa 35 Personen an dem Treffen teil. Es wurden verschiedene Hauptthemen diskutiert und entsprechende Beschlüsse verfasst.

(1) Mit Einstimmigkeit wurde beschlossen, dass das nächste Treffen vom 5. bis 6. Dezember 2025 in Wien stattfinden soll (Professor Christian Müller), danach am 4. und 5. Dezember 2026 in Frankfurt/Main (PD Dr. Valentin Schriever).

(2) Dr. Weise schlug die Erarbeitung einer Publikation zur Definition der Terminologie im Bereich der Schmeckstörungen vor, was auf großes Echo stieß. Die Publikation ist in Vorbereitung und wird mit den Mitgliedern der AG zur gemeinsamen Diskussion und Komplettierung geteilt.

(3) Professor Hummel berichtete kurz zur gemeinsamen Durchführung der im Dezember 2023 in Genf angestoßenen longitudinalen, prospektiven und multizentrischen Studie zu Schmeckstörungen, die sich weiter entwickelt hätte. Erste Ergebnisse sowie detailliertere Planungen sollen im Lauf des Frühjahres vorgestellt werden.

Im zweiten Hauptvortrag befasste sich Professor Fiona
Doetsch (Basel) am Samstagmorgen mit den Stammzellen im Gehirn des erwachsenen Säugetiers. In ihrem faszinierenden (!)
Vortrag berichtete sie u. a. davon, dass in Vorbereitung auf die Geburt spezifische Neurone in den Bulbus olfactorius bei Mäusen einwandern und sich dort ansiedeln, die im Wesentlichen zur Wahrnehmung des Geruchs der Neugeborenen verantwortlich sind und nach der Entwöhnung der Neugeborenen wieder verschwinden!

Nach zwei weiteren Vortragsblöcken zur Beurteilung der chemosensorischen Funktion bzw. Dysfunktion (II) erfolgte die Abreise der Kongressteilnehmenden. Insgesamt war die Tagung außerordentlich lebhaft mit konstruktiven Diskussionen.

Anschrift des Verfassers:
Prof. Dr. med. T. Hummel
AG Olfaktologie / Gustologie
Arbeitsbereich Riechen und Schmecken, Univ. HNO-Klinik
Fetscherstr. 74, D-01307 Dresden