Deutsche Gesellschaft für
Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V., Bonn

HNO Informationen AG Manuelle Medizin in der HNO Heilkunde

Ausgabe 01-2025 I Mittelungen aus den
Arbeitsgemeinschaften, -gruppen, -kreisen




ArbeitsgemeinschaftManuelle Medizin in der HNO-Heilkunde

Matthias Hölzl, Traunstein
Tätigkeitsbericht 2024

Unter Federführung von Professor C. Arens, Gießen, Prof. C. R. Hülse Marburg/Heidelberg und Priv.-Doz. M. Hölzl, Traunstein, bemühen sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe „Manuelle Medizin in der HNO-Heilkunde“ berufspolitische, wissenschaftliche und klinisch-relevante manualmedizinische Aspekte in der HNO-Heilkunde zu koordinieren und den interdisziplinären und interprofessionellen Austausch mit anderen Fachgebieten und auch anderen Therapieberufen zu fördern.

1. Einleitung
Im Jahr 2024 setzte die Arbeitsgruppe Manuelle Medizin ihre erfolgreiche Arbeit fort, mit dem Ziel, die Praxis der Manuellen Medizin weiter zu etablieren, die wissenschaftliche Forschung voranzutreiben und die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu stärken. Durch die Integration neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse, fortlaufende Aus- und Weiterbildung sowie praxisorientierte Maßnahmen konnte die Arbeitsgruppe einen bedeutenden Beitrag zur Verbesserung der Patientenversorgung und interprofessionellen und interdisziplinären Verzahnung leisten und damit die Manuelle Medizin im HNO-Fachgebiet und darüber hinaus sichtbar vertreten.

2. Zielsetzungen und Schwerpunkte
Die Hauptziele der Arbeitsgruppe in diesem Jahr waren:
• Förderung der manuellen Therapien durch innovative Behandlungsansätze.
• Intensivierung der wissenschaftlichen Forschung zur Evidenzlage manueller Techniken.
• Stärkung der interdisziplinären Zusammenarbeit mit Fachrichtungen wie Orthopädie, Physiotherapie und Neurologie.
• Weiterentwicklung und Optimierung der Ausbildung von Fachkräften in der Manuellen Medizin.

3. Aktivitäten und Projekte
Die Arbeitsgruppe konzentrierte sich auf mehrere bedeutende Projekte und Initiativen:
a) Fortbildung und Schulung
Ein zentrales Anliegen war die kontinuierliche Weiterbildung. In zahlreichen Fortbildungsveranstaltungen und Workshops wurden sowohl theoretische als auch praktische Inhalte vermittelt, darunter:
• Workshops zu spezifischen Techniken wie der Weichteiltechnik und Gelenkmanipulation.
• Symposien zur Anwendung der Manuellen Medizin bei chronischen Schmerzzuständen und muskulären Dysbalancen, aber auch Gleichgewichtsstörungen und Ohrgeräuschen.
• Einführung von interaktiven Online-Modulen für eine breitere Erreichbarkeit der Fachkräfte.

Besonders erfolgreich war das „Fortbildungsprogramm für junge Therapeuten“, das es jungen Ärztinnen und Ärzten und Therapeutinnen und Therapeuten ermöglichte, sich praxisnah in der Manuellen Medizin fortzubilden und direkt in der Patientenversorgung einzubringen.

b) Forschung und Wissenschaft
Die Arbeitsgruppe war auch in der wissenschaftlichen Forschung aktiv, mit dem Ziel, die Wirksamkeit manueller Behandlungen zu validieren und neue Erkenntnisse zu gewinnen. Zu den Schwerpunkten gehörten:
• Eine umfassende Studie zur Effektivität der Manuellen Medizin bei der Behandlung von Spannungskopfschmer-
zen und vestibulärer Migräne. Erste Ergebnisse deuten auf eine signifikante Verbesserung der Symptome durch gezielte manuelle Techniken hin.
• Forschungsprojekte zur Anwendung der Manuellen Medizin bei der postoperativen Rehabilitation, insbesondere
nach Eingriffen in Folge fortgeschrittener Tumorerkrankungen i. B. mit erfolgter Neck-Dissektion.
• Kooperationen mit Universitäten und Forschungsinstituten, um wissenschaftliche Arbeiten und Studien zur Evi-
denzbasis der Manuellen Medizin zu fördern.


c) Patientenversorgung
Im klinischen Bereich wurde der Fokus auf die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit akuten und chronischen muskulären Beschwerden gelegt. Insbesondere die Behandlung von Rücken- und Nackenschmerzen sowie die rehabilitative Nachsorge bei orthopädischen Operationen standen im Mittelpunkt.

Die Einführung eines standardisierten Behandlungsprotokolls für die Manuellen Techniken hat die Behandlungsqualität signifikant verbessert und die Therapieerfolge für Patientinnen und Patienten gesteigert.

d) Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Die Arbeitsgruppe legte großen Wert auf die Förderung der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachdisziplinen. Regelmäßige interdisziplinäre Fallbesprechungen und Fortbildungsangebote haben dazu beigetragen, die Kommunikation und das Verständnis zwischen Ärztinnen und Ärzten, Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten und anderen Gesundheitsberufen zu stärken. Besonders hervorzuheben sind die gemeinsamen Behandlungsprogramme mit der Abteilung für Orthopädie, in denen manuelle Therapieansätze in die physiotherapeutische Rehabilitation integriert wurden.

4. Herausforderungen und Lösungsansätze

Die Arbeitsgruppe stieß in diesem Jahr auf verschiedene Herausforderungen:
• Die Integration der Manuellen Medizin in den klinischen Alltag stieß teils auf Widerstände, vor allem aufgrund von Unsicherheiten bezüglich der Langzeitwirkungen und der klaren Abgrenzung zu anderen therapeutischen Ansätzen.
• Ein weiteres Problem war die begrenzte Anzahl von Spezialistinnen und Spezialisten im Bereich der Manuellen Medizin, was zu Engpässen in der Patientenversorgung führen konnte.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, wurden folgende Lösungen erarbeitet:
• Weitere Aufklärung und Sensibilisierung der Fachwelt durch gezielte Publikationen und Vorträge.
• Ausbau von interdisziplinären Ausbildungsprogrammen und Stärkung der praktischen Erfahrung der Auszubildenden durch intensivere Praxisphasen.

5. Ausblick auf das kommende Jahr
Für das kommende Jahr sind folgende Schwerpunkte vorgesehen:
• Weiterführung und Erweiterung der wissenschaftlichen Studien zur Manuellen Medizin.
• Ausbau der Aus- und Fortbildungsprogramme, insbesondere in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern.
• Stärkung der Öffentlichkeitsarbeit, um das Bewusstsein für die Vorteile der Manuellen Medizin in der HNO auch in der breiten Bevölkerung zu erhöhen.
• Weitere Optimierung der interdisziplinären Netzwerke und klinischen Kooperationen.

6. Fazit
Die Arbeitsgruppe Manuelle Medizin konnte im Jahr 2024 ihre Ziele weitgehend erreichen und einen wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung dieses Therapiebereichs leisten. Die positiven Ergebnisse aus Forschung und Praxis bestärken den Weg, die Manuelle Medizin als integralen Bestandteil einer modernen, ganzheitlichen Patientenversorgung weit über den HNO- ärztlichen Bereich weiter zu etablieren. Die stetige Weiterentwicklung der Fachkräfte und die enge Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen werden auch in Zukunft maßgeblich zur Qualität und Wirksamkeit der Manuellen Medizin beitragen.

Kontaktadresse:
Priv.-Doz. Dr. med. M. Hölzl
Vorsitz AGru Manuelle Medizin in der HNO-Heilkunde
HNO-Praxis
Maxplatz 5, D-83278 Traunstein